SFH-140964  Hochegger bekennt sich teilschuldig - und belastet Grasser schwer 

Die Buwog-Vergabe sei "alles andere als supersauber" gewesen, sagt der Anwalt des Ex-Lobbyisten. Hochegger wisse, dass je 2,4 Millionen Euro an Ex-Minister Grass

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5339052/Hochegger-bekennt-sich-teilschuldig-und-belastet-Grasser-schwer


Der (frühere) Lobbyist Peter Hochegger

Paukenschlag am vierten Tag des Buwog-Prozesses im Wiener Straflandesgericht: Der mitangeklagte, frühere Lobbyist Peter Hochegger hat sich vor Gericht teilschuldig bekannt. Sein Verteidiger, Leonhard Kregcjk sagte in seinem Plädoyer, Hochegger wisse, dass der frühere Lobbyist Walter Meischberger Gelder an den Immobilienmakler Ernst Karl Plech und den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser weitergeleitet habe. » Meischberger, Plech und Grasser bestreiten die Vorwürfe.
.Der (frühere) Lobbyist Peter Hochegger

Der (frühere) Lobbyist Peter Hochegger – (c) APA/HELMUT FOHRINGER

Paukenschlag am vierten Tag des Buwog-Prozesses im Wiener Straflandesgericht: Der mitangeklagte, frühere Lobbyist Peter Hochegger hat sich vor Gericht teilschuldig bekannt. Sein Verteidiger, Leonhard Kregcjk sagte in seinem Plädoyer, Hochegger wisse, dass der frühere Lobbyist Walter Meischberger Gelder an den Immobilienmakler Ernst Karl Plech und den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser weitergeleitet habe. » Meischberger, Plech und Grasser bestreiten die Vorwürfe.

» >>> Das Teilgeständnis im Wortlaut



"Mein Mandant hat bereits viel, aber noch nicht alles gesagt. Das wird er in der Hauptverhandlung nachholen", leitete der Pflichtverteidiger seinen Vortrag ein. Hochegger habe von den 9,6 Millionen Euro, die im Zuge des Buwog-Deals geflossen seien, annähernd 7,2 Millionen Euro an die Omega weitergeleitet. Dieser Betrag sei dann weiter aufgeteilt worden: Je 2,4 Millionen Euro an Grasser, Meischberger und den Immobilienmakler Ernst Karl Plech gegangen. Das habe Hochegger gewusst, als er das Geld weitergeleitet habe.

Zur Person

Zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt, erhielt der 68-jährigen Steirer Peter Hochegger bereits in der Telekom-Affäre. Anstatt um eine Fußfessel anzusuchen ging der Doktor der Wirtschaftswissenschaften lieber ins Gefängnis.

Groß wurde seine PR-Agentur unter der "Wenderegierung" ÖVP/FPÖ unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), als ersten großen Kunden zog er die Telekom Austria an Land, Finanzminister Karl-Heinz Grasser war damals ein gern gesehener Gast in der PR-Agentur.

"Und dennoch hat er die Überweisungen vorgenommen. Aus eigener Profitgier. Denn zwei Millionen waren sein eigener Anteil", so Anwalt Kregcjk weiter. Die Buwog-Vergabe sei damit "alles andere als supersauber" abgelaufen. Damit stützt er die Anklage, die Grasser, Plech und Meischberger genau dies vorwirft. 

"Nicht schuldig" bei Terminal Tower

Was Hochegger, einst Besitzer der zweitgrößten PR-Agentur des Landes, nicht gewusst habe, so Anwalt Kregcjk, sei, woher Meischberger seine Informationen gehabt habe.

"Eine Beteiligung an einem gemeinsamen Tatplan hat es dennoch nicht gegeben", so der Anwalt weiter. Warum nicht? Weil Hochegger erst durch eine "Indiskretion in der zweiten Jahreshälfte 2005 davon erfahren hat, was mit den Geldern", die er an die Omega überwies, "in weiterer Folge geschieht".

» >>> Dossier: Der Grasser-Prozess [premium]

Bezüglich des Anklagepunkts Terminal Tower bekennt sich Hochegger hingegen nicht schuldig. Hier habe er nichts von einer - von der Korruptionsstaatsanwaltschaft vorgeworfenen - Involvierung Grassers und Plechs mitbekommen. Hochegger habe vielmehr angenommen, dass Meischberger eine entsprechende Beraterleistung erbracht habe.

Die Verhandlung wurde nach der Stellungnahme des Pflichtverteidigers auf Dienstag vertagt. 

Grasser-Anwalt Ainedter bestreitet Hocheggers Version

Die Anwälte von Grasser und Plech hatten zuvor bestritten, dass ihre Mandanten Geld aus dem Buwog-Deal lukrierten. » Meischbergers Anwalt hatte erklärt, die gesamte Provision von 9,6 Millionen Euro sei an Hochegger und Meischberger gegangen.

Nach Unterbrechung der Verhandlung am Freitag bestritt Grassers-Anwalt Manfred Ainedter die Version Hocheggers. Er sei "überrascht und verwundert", sagte Ainedter. » Hocheggers Schilderungen würden nicht stimmen.



‹zurück Seite Drucken
 

Bereitstellungszeit : 0.319 Sekunden | SQL: 7 | made by powerweb99.at