SFH-141249  „Lösung nicht Streit" Van der Bellen mahnt das „Österreichische" ein,  KRONE  26.10.2018 19:56

Gemeinschaftsgefühl und respektvollen Umgang miteinander mahnte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner TV-Ansprache zum Nationalfeiertag ein. Er zeigte sich prinzipiell optimistisch für die Zukunft, wünschte sich aber von den Zusehern, sich an das „Österreichische" zu erinnern - also das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen, die Lösung zu suchen und nicht den Streit.

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Denn das Gefühl der Zusammengehörigkeit und respektvoller Umgang miteinander seien die Grundlage des österreichischen Erfolgsmodells in den letzten 100 Jahren. „Ich erwarte, dass wir das nicht aus den Augen verlieren", sagte Van der Bellen in der Ansprache, die am Abend im ORF ausgestrahlt wurde. „Österreichisch" sein bedeute, zur Kenntnis zu nehmen, dass „die Welt eben nicht aus Schwarz und Weiß, aus unversöhnlichen Positionen besteht, sondern dass eine Lösung zum Wohle aller immer in der Mitte liegt".

„Glaube an unser Land und unsere Zukunft"
Van der Bellen zeigte sich als „Optimist", der „an unser Land und unsere Zukunft glaubt" - wies aber auf aktuelle Gefahren hin: Polarisierung und Unversöhnlichkeit, die sich nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt breitmachen, die Verächtlichmachung Andersdenkender, des Mitgefühls und der Mitmenschlichkeit. Der Bundespräsident warnte vor einer „scheibchenweisen Radikalisierung der Standpunkte" und davor, sich „langsam an Inakzeptables zu gewöhnen".

Bundespräsident Alexander Van der Bellen (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

In diesem Sinn appellierte er an die Österreicher: „Lassen wir uns nicht einreden, Mitgefühl zu zeigen, sei weltfremd. Lassen wir uns nicht einreden, ausschließlich an sich selber zu denken sei das einzig Kluge, Realistische und die eigentlich wünschenswerte Norm.“ Man dürfe nicht zulassen, „dass die Normen sich verschieben und wir stumpf werden“ - und „dass das Recht des Stärkeren das Maß aller Dinge wird“. Nicht das Recht, sondern die Pflicht der Stärkeren habe zu gelten - nämlich die Pflicht, „denen zu helfen, denen es nicht so gut geht“.
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