SFH-141159 A3-Verlängerung: Doskozil stellt
Bedingungen, ÖVP will Volksbefragung


Anrainergemeinden müssen mit Plänen einverstanden sein, ansonsten will das Land
Burgenland den A3-Ausbau verhindern – ÖVP: „Hier geht es nicht um Parteipolitik, es
geht um die Region"


Doskozil: "Eine Verlängerung der A3 kommt nur dann in Frage, wenn alle Forderungen der
Gemeinden erfüllt werden. Sollte das nicht der Fall sein, kommt der Ausbau nicht."



ZAGERSDORF (ft). Der Ausbau der A3 Autobahn vom Knoten Eisenstadt bis Klingenbach
sorgt seit Jahren für Zündstoff. Am Donnerstag stellte Straßenbaulandesrat Hans Peter
Doskozil (SPÖ) klar, dass das Land Burgenland einer Verlängerung der A3 nur dann
zustimmen werde, wenn diese im Einklang mit den Anrainergemeinden geschehe.

"Nur wenn es für alle passt"

Dies habe man dem Verkehrsminister Norbert Hofer auch klar mitgeteilt: "Wir haben die
Position der betroffenen Gemeinden dargelegt und klar gemacht, dass alle Anrainergemeinden
mit den Plänen einverstanden sein müssen. Wenn es nicht für alle passt, wird sich das Land
dagegen aussprechen", erklärt Doskozil, der sich damit hinter die betroffenen Gemeinden
Großhöflein, Klingenbach, Müllendorf, Siegendorf, Wulkaprodersdorf und Zagersdorf
stellt.

Causa Bahnschleife

Auch bezüglich der geplanten Bahnschleife bei Wulkaprodersdorf stärkt Doskozil der
Gemeinde den Rücken: "Die Interessen von Wulkaprodersdorf sind gerechtfertigt. Man kann
sicherlich eine Lösung finden und ich gehe davon aus, dass dies noch im ersten Halbjahr
geschieht." Ein erster Erfolg sei ihm bereits gelungen: die geplante Park & Ride-Anlage mit
120 Stellplätzen werde nicht kommen. "Ich habe das mit der ÖBB herausverhandelt. Das
heißt konkret, es wird keine zusätzliche Park & Ride-Anlage in Wulkaprodersdorf gebaut", so
Doskozil.

"Ungarn macht Druck"

Aber zurück zur Verlängerung: derzeit liegen noch keine finalen Pläne der ASFiNAG vor, die
Ausbau-Pläne auf ungarischer Seite seien jedoch schon sehr weit fortgeschritten. "Ungarn
macht Druck", meint Doskozil, bleibt aber bei seiner Ansage: es gehe um einen notwendigen
Lärmschutz und den im Falle einer A3-Verlängerung zunehmenden Verkehr.
Auch
Siegendorfs Ortschef Rainer Porics meint: "Eine Transitroute steht sicherlich nicht im
Interesse der Bürger." Doskozil: "Eine höhere Belastung ist zu erwarten." Und diese wolle das
Land wenn nötig verhindern: "Es gibt viele Möglichkeiten für das Land, die Verlängerung zu
verhindern." Ob es diese allerdings wirklich gibt, scheint fraglich. Immerhin sind Autobahnen
Bundessache – das Land könnte das Projekt wahrscheinlich also bestenfalls verzögern.
Dennoch scheint sich der Straßenbaulandesrat sicher zu sein: "Wenn es der ASFiNAG
gelingt, die Bedenken der Gemeinden auszuräumen und ihr Vertrauen zu gewinnen, wird es
die Verlängerung geben. Falls nicht, dann nicht.
"

ÖVP will Volksbefragung

Neben dem roten Schulterschluss war am Donnerstag auch ein schwarzer zu vernehmen: die
ÖVP-Politiker der betroffenen Gemeinden stehen den A3-Plänen "skeptisch gegenüber" und
fordern eine bindende Volksbefragung. „Alle Pläne offen auf den Tisch legen und dann die
Bevölkerung entscheiden lassen", appelliert Bezirksparteiobmann Christoph Zarits. „Hier
geht es nicht um Parteipolitik, es geht um die Region", so Wulkaprodersdorfs Bürgermeister
Fritz Zarits. Dessen Gemeindebevölkerung hatte sich bereits 2009 massiv gegen einen A3-
Ausbau ausgesprochen. Die Volksbefragung ergab damals ein eindeutiges Votum: 90 Prozent
lehnten die Verlängerung ab.
Wirtschaftslandesrat und Regierungskollege Alexander Petschnig (FPÖ) versteht das
Vorgehen der SPÖ in der Causa nicht.

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