SFH-141160 ASFINAG erteilt A3-Tunnel bei Großhöflein eine Absage – Anwalt trotzdem optimistisch, Mein Bezirk 6.Februar 2018

Die ASFINAG hat dem geforderten Tunnel auf der A3 bei Großhöflein vorerst eine
Absage erteilt. Der Rechtsanwalt der betroffenen Bürger ist dennoch optimistisch,
einen Tunnel zu bekommen. (Foto: Bürgerinitiative Großhöflein)



Franz Tscheinig

Die ASFINAG hat dem geforderten Tunnel auf der A3 bei Großhöflein vorerst eine
Absage erteilt. Der Rechtsanwalt der betroffenen Bürger ist dennoch optimistisch,
einen Tunnel zu bekommen. (Foto: Bürgerinitiative Großhöflein)
Tunnel sei "mit wirtschaftlich angemessenen Mitteln nicht umsetzbar", man sei jedoch
zu konstruktiven Gesprächen bereit – Anwalt der Großhöfleiner geht dennoch vom Bau
des Tunnels aus und hat im Notfall einen Plan B

GROSSHÖFLEIN (ft). Am 9. Jänner hatte der Anwalt der Bürgerinitiative Großhöflein die
ASFINAG zur Planung eines Tunnels auf der A3 aufgefordert, um die Marktgemeinde vor
dem Autobahnlärm zu schützen – die Bezirksblätter berichteten. Nun hat die List
Rechtsanwalts GmbH – die Rechtsvertretung der Großhöfleiner – eine Antwort der
ASFINAG erhalten.

Gespräche ja, Tunnel nein

Darin erklärt sich die ASFINAG zwar zu "konstruktiven Gesprächen" bereit, "um eine für alle
Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden".

Einen Tunnel dürften die Großhöfleineraber nicht erhalten: dieser sei nämlich "mit wirtschaftlich angemessenen Mitteln nichtumsetzbar". Dies würden jene Wirtschaftlichkeitskriterien zeigen, die in der Dienstanweisungfür Lärmschutz an bestehenden Bundesstraßen festgelegt sind.

"Gesetzliche Verpflichtung"

Es sei der ASFINAG ein großes Anliegen, die Bevölkerung auf Grundlage der vorgegebenen
Rahmenbedingungen möglichst wirksam vor Lärmbelastungen zu schützen. Gleichzeitig habe
man jedoch auch eine "gesetzlich determinierte Verpflichtung", bei der Umsetzung von
Lärmschutzmaßnahmen stets auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu beachten.

"WHO-Wert ein Vorsorgewert"
Uneinig sind sich die Anwaltschaft und die ASFINAG offenbar beim erlaubten Lärmpegel
hinsichtlich der Geräuschimmissionen: während die Rechtsvertretung der Großhöfleiner ihre
Argumentation auf den nächtlichen Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation WHO von 40
dB stützt, seien die für die ASFINAG maßgeblichen Grenzwerte im Sinne der
Dienstanweisung mit 50 db für die Nacht sowie mit 60 db für den Tag festgelegt.


"Beim WHO-Wert von 40 db handelt es sich um einen reinen Vorsorgewert, der jedoch nicht als
rechtsverbindlicher Grenzwert normiert ist", heißt es dazu von der ASFINAG.

1 km langer und 4 Meter hoher Schutz
Bereit zeigt sich die ASFINAG daher weiterhin nur dazu: "ein 1.000 m langer und 4,00 m
hoher Lärmschutz zum Schutz von Großhöflein". "Damit wäre für betroffene Bewohner
entlang der A3 zweifellos eine deutliche Verbesserung der aktuellen Lärmsituation
verbunden."

"Wird nicht reichen"
Für Dr. Wolfgang List, dem Anwalt der betroffenen Großhöfleiner, ist klar, "dass die
ASFINAG grundsätzlich Nein zum Tunnel sagt". Letztlich müsse sie aber reagieren. "Die
Werte der Lärmmessungen sind so dermaßen hoch, dass eine Schutzwand einfach nicht
reichen wird. Schon gar nicht wenn die A3 verlängert wird. Ich war erst letzte Woche in
Großhöflein und als ich aus dem Auto gestiegen bin, hab ich mir gedacht, was ist denn hier
bitte los."

Plan B vorbereitet
List gehe letztlich davon aus, dass die ASFINAG den Tunnel bauen wird. Und: "Sollte Plan A
nicht aufgehen, wovon wir nicht ausgehen, ist auch schon ein Plan B vorbereitet."

Wie dieser Plan B aussieht, wollte List den Bezirksblättern nicht verraten. Die erste konstruktive
Gesprächsrunde soll in 14 Tagen stattfinden.

QUELLE: https://www1.meinbezirk.at/eisenstadt/c-lokales/asfinag-erteilt-a3-tunnel-bei-
grosshoeflein-eine-absage-anwalt-trotzdem-optimistisch_a2399093

‹zurück Seite Drucken
 

Bereitstellungszeit : 0.231 Sekunden | SQL: 7 | made by powerweb99.at