SFH-14161 Verkehr auf Autobahnen massiv gestiegen, Burgenland.ORF.at 4.3.2018

Laut Verkehrsclub Österreich hat der Verkehr auf Burgenlands Autobahnen und Schnellstraßen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das Verkehrsaufkommen auf der A4 und auf der A3 sei seit 2010 um rund 40 Prozent gestiegen.


Die A4 bei Bruckneudorf ist der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt im Burgenland, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der ASFINAG zeigt. Im Vorjahr wurden hier im Schnitt 66.420 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Seit dem Jahr 2010 ist hier der Verkehr um 42 Prozent gestiegen. Auch auf der A3 bei Ebreichsdorf stieg der Kfz-Verkehr um rund 42 Prozent, hier wurden 39.720 Pkws und Lkws pro Tag gezählt.

Folgen: Lärm, Abgasbelastung und Staugefahr
Auf der S4 bei Neudörfl nahm der Verkehr um 30 Prozent auf 20.470 Fahrzeuge pro Tag zu, auf der S31 bei Eisenstadt und Weppersdorf wurde eine Verkehrszunahme um jeweils 21 Prozent verzeichnet. Neben Lärm und Abgasbelastung, nehme auch die Staugefahr zu. Der sinkende Besetzungsgrad der Autos erhöht zusätzlich den Verkehr.

„Ausbau von Straßen führt zu noch mehr Verkehr"
„Der Kfz-Verkehr nimmt viel stärker zu als die Wirtschaft wächst. Lärm und Abgasbelastung sind ebenso die Folge wie mehr Staus. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig", betonte VCÖ-Experte Markus Gansterer. Der Bau von Einkaufszentren und Supermärkten am Stadtrand führe dazu, dass Einkaufswege länger werden und zusätzlich werde damit die Nahversorgung im Ortskern geschwächt. Zersiedelung macht die Arbeitswege länger. Der sinkende Pkw-Besetzungsgrad führe dazu, dass die gleiche Anzahl von Personen mit deutlich mehr Autos unterwegs ist. Im Jahr 1995 saßen in 100 Pkws noch 129 Personen, im Jahr 2000 noch 123 und heute nur mehr 115 Personen, machte der VCÖ aufmerksam. Der Ausbau der Autobahnen und Schnellstraßen löse das Problem nicht, sondern führt im Gegenteil zu noch mehr Verkehr.

Forderung nach Ausbau des öffentlichen Verkehrs
„Mehr Mobilität für die Bevölkerung bei gleichzeitiger Abnahme des Verkehrs ist möglich und erreichbar", stellte VCÖ-Experte Gansterer fest. Nötig dafür seien mehr Bahn- und Busverbindungen. Zudem sei betriebliches Mobilitätsmanagement stärker zu fördern. Zahlreiche Beispiele in Österreich würden zeigen, dass Unternehmen wesentlich dazu beitragen können, dass mehr Beschäftigte mit öffentlichem Verkehr oder bei kürzeren Distanzen mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen statt mit dem Auto. Auch Fahrgemeinschaften können über Betriebe gefördert werden.

Verstärkte Maßnahmen auf EU-Ebene
Großer Handlungsbedarf bestehe auch beim Gütertransport. Neben mehr betrieblichen Gleisanschlüssen und Anreizen für Betriebe, Güter auf die Schiene zu verlagern, brauche es auch auf EU-Ebene verstärkte Maßnahmen. Derzeit würden Lkws nur einen Teil der verursachten Kosten zahlen, die durch Straßenabnützung, Unfälle, Abgase und Lärm entstehen. Die Folge sei, dass der Lkw-Transport zu billig ist und Waren tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden.

Schaden für die heimischen Bauern
„Wenn Butter aus Irland in Österreichs Supermärkten verkauft wird, führt dies nicht nur zu viel Lkw-Verkehr, sondern schadet auch den heimischen Bauern. Und wenn Schweine in Ostdeutschland gezüchtet, um in Italien zu Schinken verarbeitet zu werden, wird ebenfalls sichtbar, dass der Lkw-Transport zu billig ist", nannte VCÖ-Experte Gansterer zwei Beispiele.
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