SFH-142001  Klima-Hype trifft Wirklichkeit: Fünf Fragen zum Weltklimagipfel, Die Presse   01.12.2019 um 14:18 von Matthias Auer,
Posting Dr. Lederbauer vomm 1.12.2019  17.40 Uhr

Der 25. Weltklimagipfel in Madrid wird zum Gradmesser dafür, was die globalen Klimaproteste bewegt haben. Die Erwartung der Öffentlichkeit ist enorm hoch und kann fast nur noch enttäuscht werden.

https://www.diepresse.com/5731630/klima-hype-trifft-wirklichkeit-funf-fragen-zum-weltklimagipfel

Ein Bild von Klimaaktivistin Greta Thunberg in San Francisco, sie soll am Dienstag in Madrid ankommen.

Wien/Madrid. Ließe sich der Klimawandel nur mit stürmischen Reden und leidenschaftlichem Aktionismus aufhalten, die Welt hätte das Problem längst gelöst. In dieser Woche rief das EU-Parlament den (wirkungslosen) Klimanotstand für Europa aus. Und China ernannte sich selbst zum neuen Führer im Kampf gegen die anthropogene Erderwärmung. Und jeden Freitag gehen Millionen Menschen weltweit im Namen der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg auf die Straße, um für entschlosseneren Klimaschutz zu demonstrieren. Seither kommt niemand mehr am Thema vorbei.

Was die höchst emotionale Debatte gebracht hat, wird sich ab Montag in Madrid weisen. Dort ist nun für zwei Wochen wieder die Politik am Zug. Die 25. Weltklimakonferenz (COP 25) wird zeigen, ob der Schwung der Proteste in den zähen Verhandlungen nachwirkt und ob die Staaten die Forderung der Aktivisten nach einer 180-Grad-Wende erfüllen können. „Die Presse" beantwortet die wichtigsten Fragen zum Klimagipfel.

Wie schlimm ist es wirklich?

Der Klimawandel ist Realität. Das bringt den Planeten zwar nicht um, kann der Menschheit aber – je nach Ausprägung – in gröbere Schwierigkeiten bringen. Schaffen wir es, die Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu stabilisieren, sind die ökologischen und sozialen Spannungen noch zu managen, so der Sukkus der Klimaforschung. Aktuell sind die Staaten weit davon entfernt, dieses selbst gesteckte Ziel zu erreichen, warnt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep). Bis 2030 müssten die jährlichen Treibhausgasemissionen dafür in einem ersten Schritt auf 25 Gigatonnen CO2-Äquivalente sinken. Stattdessen steuert die Welt, selbst bei Einhaltung aller bisherigen Versprechen, auf 56 Gigatonnen CO2 und 3,2 Grad Erwärmung zu. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Ähnliche Studien gab es schon in den 1990er-Jahren bei den ersten Klimagipfeln. Dennoch hat die Menschheit fast die Hälfte ihrer Emissionen in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre geblasen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Sonntag in Madrid
UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Sonntag in Madrid APA/AFP/CRISTINA QUICLER

Wird der Klimagipfel das ändern?

Nein. Die COP 25 ist eine relativ technische Konferenz. Wirklich entscheidend war das Pariser Klimaabkommen 2015, das erstmals fast die ganze Welt (über 90 Prozent aller Emissionen) zur gemeinsamen CO2-Reduktion verpflichtet. 2018 einigten sich die Teilnehmerländer auf die notwendigen Spielregeln und Kontrollmechanismen. Der nächste wirklich große Schritt folgt 2020 in Glasgow, wenn die Staaten ihre nationalen Verpflichtungen nachbessern sollten. Erst dann wird ersichtlich, ob das angestrebte Ziel, die Erwärmung unter zwei Grad zu halten, realistisch erreicht werden kann.

Worum geht es dann in Madrid?

Thematisch wird es stark um die Rolle der Ozeane gehen. Inhaltlich interessanter sind allerdings die Verhandlungen über die Ausgestaltung der Marktmechanismen für den internationalen Kohlenstoffmarkt. Konkret geht es um die Frage, ob alte Emissionszertifikate aus dem Kyoto-Protokoll auch für die Erfüllung der Pflichten aus dem Pariser Abkommen eingesetzt werden können. Österreich und Europa sind strikt dagegen, da das System der Kyoto-Zertifikate anfällig für Betrug und Doppelzählungen ist. Der größte Gegenspieler ist Brasilien, das sich am liebsten auch das Nicht-Abholzen des Regenwaldes bezahlen lassen würde. Eine Einigung in Madrid wäre eine große Überraschung, sagen Verhandler. Das Regelwerk von Paris kann vorerst auch ohne diese Marktmechanismen 2021 in Kraft treten. Für eine Überraschung könnte Europa sorgen. Wenige Tage vor Ende der Konferenz wollen die EU-Mitglieder beschließen, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Das hätte große Auswirkungen auf die ohnedies ambitionierten EU-Ziele und wäre auch ein wichtiges Signal für andere Staaten. Brüssel will seine Ziele aber erst dann nachschärfen, wenn ersichtlich ist, dass große Emittenten auch mitmachen.

Die Presse

Ziehen China und die USA mit?

Die beiden Nationen stehen allein für mehr als 40 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit. Die Volksrepublik, geplagt von extremer Luftverschmutzung, hat bisher noch kein klares Reduktionsziel vorgelegt. Dennoch gilt sie inzwischen als treibende Kraft im Kampf gegen den Klimawandel. China ist Marktführer bei Elektroautos und der größte Investor in neue Wind- und Solarkraftwerke. Bei den Klimakonferenzen fällt Peking meist die Rolle zu, die Entwicklungs- und Schwellenländer auf Linie zu bringen. Der geplante Ausstieg der USA aus dem Pariser Vertrag ist ein katastrophales Signal und erschwert die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern. Amerikas Emissionen sinken dennoch. Ein Grund ist der Boom von US-Schiefergas. Aber auch die engagierten Bundesstaaten an der Ost- und Westküste tragen viel zu dieser Entwicklung bei.

Wie lang müssen wir noch warten?

Viele Klimaaktivisten wollen nicht länger warten und fordern Radikalmaßnahmen, um die Erwärmung sofort zu bremsen. Ihre Hoffnungen werden sich nicht erfüllen. Das Klimasystem ist träge, der Temperaturanstieg der kommenden zehn Jahre ist bereits durch die vorhandenen Treibhausgase in der Atmosphäre vorherbestimmt. Abwarten ist aber dennoch keine Option. Es braucht entschlossenes Handeln, aber auch Geduld, damit die Maßnahmen auch ihre Wirkung entfalten können. Und die Debatte wird breiter werden müssen. Die einseitige Konzentration auf CO2-Einsparungen greift zu kurz. Um auf einem heißeren Planeten gut leben zu können, müssen die Menschen auch nachdenken, wie sie Kohlendioxid aus der Luft abziehen (Bäume, Ozeane) und sich besser an die Erwärmung anpassen können.

Posting Dr. Lederbauer vom 1.12.2019  17.40 Uhr

Nochmals


Posting Dr. Lederbauer vom 2.12.2019  10.40 Uhr


" ...Abwarten ist aber dennoch keine Option. Es braucht entschlossenes Handeln, aber auch Geduld, damit die Maßnahmen auch ihre Wirkung entfalten können... Und die Debatte wird breiter werden müssen... "

Zum " entschlossenen Handeln: "

Wir haben Vorschläge unterbreitet. Mal sehen, was damit passiert....

» SFH-142000 E Mail Dr. Lederbauer an Abg. Kogler... Zum möglichen Regierungsprogramm vom 1.12.2019 17.03 Uhr
Ich möchte nochmals ganz besonders auf das Problem " Querung der Lobau " zu sprechen kommen. In einem Interview vor ca zwei Wochen haben Sie gemeint, dass für dieses Projekt vor allem die politische Instanzen der Stadt Wien zuständig seien. Von der Stadt Wien hört man, dass dafür der Bund zuständig sei. Es erscheint mir unbedingt notwendig, dass dieses Projket im Regierungsprogramm einen entsprechenden Platz findet. Wie ich weiter unten ( Punkt 7.1.1. ) genau beschrieben habe, ist es möglich mit einem Alternativprojekt Einsparungen von rd. 1.000 Millionen EURO zu erzielen und das Projekt in einer ökolgisch und ökonmisch opimalen Form viel früher als geplant fertigzustellen.

http://www.so-for-humanity.com2000.at/index.php?modul=content&rubrik=390&aid=10217&page=


http://www.so-for-humanity.com2000.at


1.12.2019  17.40 Uhr

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2.12.2019  10.40 Uhr
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Interessante Postings

RM1975 vor einer Stunde
Wer ist diese ominöse Öffentlichkeit, deren Erwartung so hoch ist? Bisher kam bei keiner Klimakonferenz (inkl. Paris) irgendwas Substanzielles raus, das wird diesmal nicht anders sein.

Dr.TW vor 18 Minuten
Ja das einzige Ergebnis: Konferenztourismus auf Steuerzahlers Kosten... in Zeiten von Videokonferenzen unverständlich!
Dr.TW vor 18 Minuten
Ja das einzige Ergebnis: Konferenztourismus auf Steuerzahlers Kosten... in Zeiten von Videokonferenzen unverständlich!
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