SFH-141956  Deutscher Akku-Experte: „Die Ansprüche an die Batterien etwas herunterfahren",   15.10.2019 in Lifestyle, Technik | 66 Kommentare

John Goodenough, Stanley Whittingham und Akira Yoshino haben in diesem Jahr den Nobelpreis für Chemie erhalten.

https://ecomento.de/2019/10/15/deutscher-akku-forscher-ansprueche-an-batterien-etwas-herunterfahren/

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Die Forscher werden damit für ihre Beiträge in der Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus ausgezeichnet. „Sie schufen eine wiederaufladbare Welt“, heißt es in der offiziellen Erklärung des Komitees. Ein deutscher Batterie-Experte zeigte sich begeistert von der Ehrung seiner Kollegen, warnte aber auch vor zu hohen Erwartungen an moderne Batterien.

„Das ist eine super Nachricht, ich bin ganz begeistert“, kommentierte Martin Winter den Chemie-Nobelpreis für die drei Batterie-Forscher. Der Professor am MEET (Münster Electrochemical Energy Technology) im westfälischen Münster gilt als einer der führenden Forscher in Deutschland zu Lithium-Ionen-Akkus. Keine andere technische Lösung kombiniere so viele positive Eigenschaften auf einmal, sagte Winter der Deutschen Presse-Agentur.

Die zentralen Vorteile von Lithium-Ionen-Batterien sind laut Winter: Kein anderer Energiespeicher lasse sich so schnell aufladen, biete das geringste Gewicht und die größte Reichweite. Der MEET-Professor forscht seit rund zehn Jahren auf diesem Gebiet – sein Fazit: Ohne die Lithium-Ionen-Batterie wäre man bei der Entwicklung der Elektromobilität erst halb so weit.

Die Automobilbranche verspricht für die kommenden Jahre Elektroautos mit deutlich mehr Reichweite als bisher. Manche stellen bereits Batterien der neuesten Generation für noch mehr Reichweite sowie bessere Haltbarkeit und Sicherheit in Aussicht. Winter meinte zum aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung aber: „Wir müssen die Ansprüche an die Batterien etwas herunterfahren. Die meisten Leute fahren heute nicht so weit. Der Deutsche fährt am Tag im Schnitt ca. 40 Kilometer.“

Wenn man bereit sei, „Kompromisse zu machen“, dann reichten die Batterien für die Elektromobilität „längst aus“, so der Wissenschaftler. Das setze allerdings voraus, dass man etwa „auf der Autobahn nicht rase“. Winter zufolge müssen sich die Erwartungen an die E-Mobilität und die damit möglichen Reichweiten ändern. „Ich kann dann nicht sagen, dass ich die Freiheit haben möchte, spontan und ohne Pause während der Fahrt meine Schwiegermutter mit dem Elektroauto in Südsizilien besuchen zu müssen“, sagte er.


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