SFH-13876  BILD an der Grenze zwischen Mexiko und den USA»Trump-Mauer wird Drogendealer nicht abhalten,   Bild        Von: P. RONZHEIMER und J. Alpeyrie     28.01.2017 - 14:30 Uhr 
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Die ganze Welt schaut auf die amerikanisch-mexikanische Grenze

http://www.bild.de/politik/ausland/kokain/bild-macht-den-trump-mauer-check-49984270.bild.html
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BILD-Reporter Paul Ronzheimer ist an der amerikanischen Grenze und berichtet über den Bau eines kilometerlangen Zauns, der illegale mexikanische Einwanderer fernhalten soll.
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Quelle: BILD/Ronzheimer
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Die Drogen aus Mexiko landen manchmal einfach in seinem Vorgarten. Antonio Reyes (32) steht am Grenzzaun von Brownsville, einer 170 000 Einwohner-Stadt in Texas, in Sichtweite zu Mexiko. Hinter dem Zaun, der noch unter Präsident George W Bush gebaut wurde, gibt es nur noch einen Fluss – dann beginnt Mexiko.
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BILD-Reporter Paul Ronzheimer im Gespräch mit Antonio Reyes
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BILD-Reporter Paul Ronzheimer im Gespräch mit Antonio Reyes Foto: Jonathan Alpeyrie
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Und Antonio ist sicher: Das, was in seinem Garten passiert, zeigt, dass eine Mauer nicht funktioniert. Antonio zeigt Richtung Wasser:

„Sie schwimmen dadurch, manchmal mit Booten, keiner stoppt sie. Wenn es Frauen mit Kindern sind, dann haben wir hier alle Mitleid. Aber immer häufiger sind es Dealer, die dann Drogen wie » Kokain über den Zaun werfen und wieder zurück nach Mexiko fliehen. Das landet dann direkt hier im Garten. Andere holen den Stoff dann ab."

Eine Mauer aber, so sagt Antonio, habe keinen Sinn. Das kostet viel Geld, aber die Leute kommen trotzdem."

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Über diesen Fluß kommen neben Flüchtlingen auch Drogendealer, die ihre Ware in den USA los werden wollen

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Über diesen Fluß kommen neben Flüchtlingen auch Drogendealer, die ihre Ware in den USA los werden wollenFoto: Jonathan Alpeyrie

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Das, was in Brownsville und in anderen Orten an der amerikanisch-mexikanischen Grenze passiert, beschäftigt plötzlich die ganze Welt.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump (70) eine Mauer bauen zu wollen, sorgt für Aufregung.

Die USA stehen plötzlich vor einem Handelskrieg mit Mexiko.

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Foto: , / AP Photo / dpa, JOHN MOORE / AFP, Getty Images News/Getty Images, TOMAS BRAVO / Reuters

Ein für kommenden Dienstag geplantes Treffen zwischen Trump und Mexikos Staatschefs Enrique Peña Nieto war wegen des Streits um die Mauer bereits geplatzt.

Das Nachbarland hatte sich geweigert, für die Milliardenkosten des Mauerbaus an der Grenze aufzukommen.

Die Folge: US-Präsident Trump brachte plötzlich einen Strafzoll von 20 Prozent ins Spiel. Kurz danach ruderte seine Administration zurück.

Rusty Monsees
Rusty Monsees gehören mehrere Felder am FlußFoto: Jonathan Alpeyrie

In Brownsville in Texas halten sie die Aufregung für übertrieben. Aber Antonio, der selbst Wurzeln in Mexiko hat, hält Trumps Vorgehen für verständlich, selbst wenn er die Mauer ablehnt.

Antonio: Es geht ja nicht alleine um den illegalen Drogenhandel, sondern auch um die vielen illegalen Arbeiter. Ich bin arbeitslos, meine Frau verdient 7,20 Dollar in der Stunde. Und das liegt natürlich daran, dass hier die Firmen illegale Arbeiter bekommen können, die einfach billiger sind."

Rusty Monsees (69) hat in den vergangenen Jahren viele Menschen gesehen, die durch den Fluss in die USA nach Brownsville gekommen sind. Er hat als Landwirt gearbeitet, ihm gehören mehrere Felder direkt an der Grenze. Rusty Monsees:

„Man kann hier jeden Tag sehen, wie die Grenze illegal überschritten wird. Die einen sind Drogenschmuggler, viele andere wollen hier ehrlich arbeiten."

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Reportage

Monsees ist Anhänger der Republikaner, aber daran, dass eine Mauer Brownsville hilft, glaubt er nicht wirklich.

„Beide Seiten müssten ein Interesse haben, wir müssten die Mauer zusammen mit Mexiko bauen. Aber danach sieht es ja nicht aus. Und alleine einfach eine Mauer zu bauen, bringt nichts. Wir brauchen mehr Grenzpolizisten, die kontrollieren."

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In Brownsville sind überall Polizisten zu sehen, die die Grenze überwachen.

Diejenigen, die erwischt werden, werden in ein Auffanglager gebracht. Einer der Polizisten hier, der anonym bleiben will, sagt: „Die Zahl derjenigen, die über die Grenze kommen, hat noch einmal zugenommen. Vor Trump hat sich niemand gekümmert. Deshalb finden wir gut, dass er das Thema endlich auf den Tisch bringt."

Ricky ist Lehrer in Brownsville
Ricky ist Lehrer in Brownsville, er hofft, dass der Streit zwischen Mexiko und den USA nicht eskaliertFoto: Jonathan Alpeyrie

Der Grenzzaun führt in Brownsville direkt durch den Ort, so wie hier wurden bis 2006 rund 1770 Kilometer Zaun gebaut.

Aber die Grenze zwischen den USA und » Mexiko ist 3200 Kilometer lang. Die Zäune wurden nur dort errichtet, wo es bautechnisch leicht zu ermöglichen war. Kosten: 2,5 Milliarden Dollar.
Andere Stellen an der Grenze, zwischen Wüste und Gebirgen, sind schwer erreichbar.

Blick auf den Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA
Der neue amerikanische Präsident Donald Trump will eine 3400 km lange Mauer zwischen Mexiko und USA ziehen Foto: Gerald L Nino / dpa

► Die Kosten für eine komplette Mauer werden auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt.

Trump spricht von zehn bis 27 Metern, die die Mauer hoch sein solle. Allerdings würde sie teilweise durch Privatbesitz und Naturschutzgebiete verlaufen - ein jahrelanger Rechtsstreit ist wahrscheinlich.

In Brownsville glauben sie auch deshalb nicht daran, dass die Mauer tatsächlich im ganzen Land gebaut wird.

Mauer zwischen Mexiko und USA

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