SFH-13878   Mauer zu Mexiko: Ein Heer von Arbeitern, jahrelang beschäftigt,  Zeitonline   26. Januar 2017, 13:56 Uhr Aktualisiert am 26. Januar 2017, 13:58 Uhr 327 Kommentare
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Donald Trump will den Mexikanern mit einer hohen Grenzmauer die gute Nachbarschaft aufkündigen. Doch viele Hindernisse erschweren sein Mammutprojekt.
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http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-01/mauer-mexiko-usa-grenze-donald-trump-faktencheck

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"Ich werde eine große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen – und niemand baut Mauern besser als ich, und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen", hatte » Donald Trump im Wahlkampf versprochen. Bislang hat der neue US-Präsident vor allem Hochhäuser und Hotels gebaut. Die Grenzmauer zu Mexiko steht an erster Stelle seines Zehn-Punkte-Plans zur Einwanderungspolitik und soll die illegale Einwanderung sowie den » Drogenhandel stoppen. Und ihr Bau soll bald beginnen, verkündete Trump nur fünf Tage nach seinem Amtsantritt.

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist rund 3.200 Kilometer lang, sie streift vier US- und sechs mexikanische Bundesstaaten. 1.100 Kilometer davon – und damit etwa ein Drittel der Strecke – ist bereits mit Grenzzäunen und Sperranlagen gesichert. Sie wurden dort errichtete, wo es bautechnisch leicht zu ermöglichen war. Kostenpunkt: 2,5 Milliarden Dollar. 

Ein Teil der Grenze in New Mexiko ist wegen seiner schlechten Erreichbarkeit offen. An anderen Stellen patrouillieren Einsatzkräfte der Grenzschutzbehörde. 21.000 Menschen sind bislang im Einsatz. Trump hat angekündigt, diese border patrol agents kurzfristig um 5.000 Personen aufzustocken.

Wüste, Wüste, Wüste

An anderen Stellen war die Grenze bislang nicht abgeriegelt, weil sie stellenweise durch fast menschenleere Gebirgsgegenden und größtenteils durch unwirtliche Wüstenabschnitte verläuft, wie dieses » Video von The Intercept eindrucksvoll zeigt. Kein Mensch kann genug Wasser bei sich haben, um sie lebend zu durchqueren. Zäune und Mauern sind also sinnlos und hier auch bautechnisch extrem schwer zu errichten.

Auch Trump kennt den Einwand und hat eingeräumt, dass die Mauer nicht durchgängig sein müsse. An manchen Stellen könnten auch Zäune als Grenzschutz dienen oder natürliche Hindernisse. Überwiegend will er aber vorgefertigte Mauerteile aus Beton verbauen lassen, verstärkt mit Stahlelementen. Seine Angaben zu deren Höhe schwanken zwischen 10 und 27 Metern. Der logistische Aufwand dafür wäre enorm, ein Heer von Arbeitern wäre wohl jahrelang mit dem Bau der Mauer beschäftigt, die im Gegensatz zu Zäunen mit einem Fundament einige Meter tief in die Erde eingelassen werden muss.

Ein weiteres Problem dürften die Besitzverhältnisse des Landes sein: Die Grenze verläuft nämlich auch durch Naturschutzgebiete, über Farmland in Privatbesitz und durch ein Indianerreservat. Sollten die Ureinwohner dem Mauerbau nicht zustimmen, könnte nur der Kongress ihnen ihr Land wegnehmen. Das wäre ein sehr langfristiges juristisches und zudem ein sehr teures Verfahren.

Eine Hürde ist auch der Grenzfluss Rio Grande, in dessen unmittelbarer Nähe Bautätigkeiten per Gesetz verboten sind. Bei der Grenzsicherung ist die US-Regierung an ein Abkommen mit Mexiko aus dem Jahr 1970 gebunden. Es besagt etwa, dass bestimmte Grenzflüsse nicht unterbrochen werden dürfen.

Wer zahlt?

Bleibt noch die Finanzierung des Mammutprojekts, dabei gehen die Schätzungen der tatsächlichen Kosten weit auseinander. Nach einer Studie der Washington Post könnte der Grenzausbau 20 Milliarden Dollar ksoten, andere prognostizieren gar das doppelte. Allein der Bau eines Zaunes mit Zugangsstraßen für Grenzer und Instandhaltung werde 13 Milliarden Dollar kosten – eine Mauer wäre noch teurer. 

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, spricht von 8 bis 14 Milliarden Dollar für den Grenzausbau. Trump will, dass Mexiko die Kosten zu 100 Prozent trägt, der mexikanische Präsident Peña Nieto lehnt das strikt ab.

Deshalb soll das Geld laut Ryan zunächst von der US-Staatskasse vorgestreckt werden. Trump will es sich über Zölle und Steuerauflagen wiederholen. Er plant etwa, Steuern auf Auslandsüberweisungen zu erheben, die ohne gültige Papiere in den USA lebende mexikanische Migranten an ihre Angehörigen tätigen. Zudem will er die Visagebühren für Mexikaner deutlich erhöhen.


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