SFH-813884 "Ich baue sie sehr preiswert"   Trumps Mauer wird teurer,  N-TV  Donnerstag, 26. Januar 2017
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Noch hat der Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko nicht begonnen. Fest steht allerdings: Das Projekt wird sehr viel mehr Geld kosten als vom US-Präsidenten Trump angekündigt. Und zahlen will Mexiko noch immer nicht.
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http://www.n-tv.de/wirtschaft/Trumps-Mauer-wird-teurer-article19656467.html

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Donald Trump hat die Absicht, eine Mauer zu bauen - und gibt sich entschlossen, sein Vorhaben auch umzusetzen. Der US-Präsident beauftragte das Heimatschutzministerium, » den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vorzubereiten. Die Details sind ungeklärt, viele Fragen sind offen. Darunter eine ganz wesentliche: Was wird das Ganze eigentlich kosten?

"Ich werde eine großartige Mauer bauen, und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir, und ich baue sie sehr preiswert", hatte Trump im Wahlkampf versichert. In konkreten Zahlen ausgedrückt: Er bezifferte die Kosten auf bis zu zwölf Milliarden Dollar - und will Mexiko die Rechnung dafür schicken. Unabhängig davon, dass Mexikos Regierung kategorisch ausschließt, für die Kosten aufzukommen: Es wird wohl sehr viel mehr Geld kosten, eine Mauer zwischen Mexiko und den USA zu bauen, als von Trump angekündigt.

Undurchlässig, massiv, hoch, gewaltig und schön solle die Mauer sein, versprach Trump im Herbst vergangenen Jahres. Doch wie undurchlässig soll das Bauwerk werden? Wie massiv? Wie hoch? Wie gewaltig? Und wie schön?

Mit Details hält sich Trump zurück, und so lassen sich die voraussichtlichen Kosten nur sehr grob abschätzen. Fest steht: Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist rund 3200 Kilometer lang. Etwas mehr als 1000 Kilometer sind - mit Unterbrechungen - derzeit durch Zäune oder Betonplatten gesichert.

15 Meter hoch, vier Meter tief

Zur Einordnung: Die Barrieren wurden dort errichtet, wo es bautechnisch leichter ist – also in bewohnten Regionen. Die Zäune sind in der Regel rund 5,50 Meter hoch. An einigen Stellen sind sie so niedrig, dass sie zwar Autos stoppen. Für Menschen ist es aber nicht besonders schwer, sie zu überwinden. Die Errichtung der höheren Zäune hat Regierungsangaben zufolge umgerechnet rund 3,9 Millionen Dollar pro Meile (1,6 Kilometer) gekostet, insgesamt werden die seit 2006 angefallenen Baukosten auf rund 2,3 Milliarden Dollar beziffert.

Doch die Barrieren sind weder undurchdringlich, noch gewaltig oder schön. Mit anderen Worten: Der Bau einer Mauer ist sicherlich sehr viel teurer.

Und wie viel? Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) » veröffentlichte eine Kalkulation, mit der die Baukosten des Projekts auf mindestens 40 Milliarden Dollar beziffert werden können.

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Diese Summe basiert auf der Annahme, dass die Mauer nicht an der gesamten Grenze errichtet wird, sondern lediglich entlang der Hälfte. Zunächst hatte Trump zwar angekündigt, an der gesamten Grenze eine Mauer zu bauen. Nun spricht er aber davon, lediglich 1600 Kilometer mit einer Mauer zu sichern. Seine Begründung: Entlang der restlichen Hälfte verhinderten natürliche Barrieren wie Gebirge und Wüstenabschnitte den Drogenschmuggel und die illegale Immigration.

Bestehen soll die Mauer Trump zufolge aus Betonteilen, die mit Stahl verstärkt sind. Zur Höhe des Bauwerks machte er bisher schwankende Angaben, in letzter Zeit sprach er von knapp 17 Metern. Das MIT nimmt für die Berechnung eine Höhe von 15 Metern, eine Tiefe von rund vier Metern und eine Dicke von im Schnitt etwa 30 Zentimetern an.

Das MIT geht davon aus, dass dafür etwa 2,3 Millionen Tonnen Stahl und 9,7 Millionen Kubikmeter Beton nötig sein werden - zusammen kostet das Material damit etwa 13 Milliarden Dollar. Dazu kommen Arbeitskosten, die das MIT auf mindestens 27 Milliarden Dollar beziffert.

Hinzu kommt: Teile des Grenzgebiets stehen unter Naturschutz, andere sind in Privatbesitz. Ein 75 Meilen langer Abschnitt zwischen dem Bundesstaat Arizona und Mexiko wird von dem Indianerstamm Tohono O'odham verwaltet. Sollte die US-Regierung in diesen Gebieten eine Mauer errichten wollen, hätte das langwierige juristische Auseinandersetzungen mit unabsehbaren Kosten und Entschädigungen zur Folge.

"Peanuts" im Vergleich zu Chinas Mauer

Von solchen Kalkulationen hält der US-Präsident allerdings wenig. "Wissen Sie, Chinas Große Mauer, vor langer Zeit gebaut, ist 13.000 Meilen (das sind umgerechnet knapp 21.000 Kilometer) lang", sagte er 2015 und wies darauf hin, dass sie ohne "Kräne und Bagger" errichtet worden sei. "Großes Zeugs", sagte er bezogen auf Chinas Mauer. "Wir aber reden im Vergleich dazu von Peanuts." Dass die Chinesische Mauer über Jahrhunderte errichtet wurde, ließ er unerwähnt - ebenso wie die Arbeitsbedingungen, unter denen sie gebaut wurde.

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Nun räumte Trump in einem Interview ein, dass der US-Steuerzahler die Kosten für den Bau zunächst übernehmen müsse. Doch später werde Mexiko zahlen, versicherte er und bekräftigte damit ein zentrales Versprechen aus dem Wahlkampf. Das werde allerdings kompliziert, so Trump. Sein Vertrauter Newt Gingrich hatte zuvor davon gesprochen, beispielsweise Gebühren auf Überweisungen nach Mexiko zu erheben oder Zölle auf Autos einzuführen, die aus Mexiko importiert werden.

Mexikos Präsident Peña Nieto betonte allerdings wiederholt, dass sein Land die Kosten für den Bau der Mauer keinesfalls tragen werde. Ex-Staatschef Vicente Fox Quesada drückte es in einem an den Sprecher des Weißen Hauses gerichteten Tweet so aus: "Ich habe es Donald Trump gesagt, und jetzt sage ich es Ihnen: Mexiko wird für die 'fucking wall' nicht zahlen. #FuckingWall"

Quelle: n-tv.de




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