SFH-141808 Umstrittenes Projekt Dilemma um die Stadtstraße, bz  23. Oktober 2021, 07:00 Uhr 21

Geht es nach der Politik, ist die Stadtstraße Voraussetzung für eine moderne Stadtentwicklung.

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WIEN/DONAUSTADT. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) lud zum Hintergrundgespräch zum Thema Stadtstraße. Mit am Podium waren drei Experten: Robert Lechner vom Österreichischen Ökologie-Institut, Werner Rosinak von Rosinak & Partner ZT sowie Christof Schremmer vom Österreichischen Institut für Raumplanung. Außerdem waren Raumplaner Thomas Madreiter und SPÖ-Klubvorsitzender Joe Taucher, der seine Sicht aus dem Bezirk darlegte, dabei.

Eine Stunde lang erläuterte man Journalisten die Daten und Fakten rund um das umstrittene Straßenprojekt. Als visuelle Unterstützung wurden an den Wänden zahlreiche Plakate angebracht, die auf einzelne Fragen noch einmal Bezug nehmen sollten. Etwa Infos zur Stadtstraße, wie die Gesamtlänge, erlaubte Geschwindigkeit, dass diese weniger Lärm zur Folge habe, und den erhofften Betriebsstart 2025.

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50 Kilometer pro Stunde

Als Einstimmung auf das Gespräch wurde anfangs ein » Film der Stadt Wien gezeigt. Im Anschluss ging man auf die einzelnen Punkte ein: Was bringt die Stadtstraße? Sie sei eine Gemeindestraße und keine Autobahn, denn es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde. Das Straßenbauprojekt bringe die erwartete Verkehrsentlastung für den 22. Bezirk und die Umgebung.

Außerdem gehe es darum, Arbeitsplätze zu sichern. Weiters sei die Stadtstraße mit "nur 3,2 Kilometern geplant". Sie soll die Seestadt mit der Südosttangente verbinden. Weiters ist sie "rund zur Hälfte untertunnelt, die restliche Strecke ist zwei bis drei Meter tiefer gelegt und hat Lärmschutzwälle".

Werde die Stadtstraße nicht gebaut, rechnet man hingegen mit einer enormen Verkehrsbelastung, zehntausenden Fahrzeugen die vorbei an Gärten, Schlaf- und Kinderzimmern fahren oder der gute Ruf des Wirtschaftsstandorts Wien geschädigt werde. Die Details wurden von der Stadt Wien mit Inseraten, Plakaten und in letzter Zeit auch weiteren Werbekampagnen kommuniziert.

zur visuellen Unterstützung wurden an den Wänden zahlreiche Plakate angebracht.
  • zur visuellen Unterstützung wurden an den Wänden zahlreiche Plakate angebracht.
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Baubeginn unklar

Zu guter Letzt erwähnte Werner Rosinak, dass er, Robert Lechner sowie Christof Schremmer per se nicht Fans des Straßenbaus seien. "Über Straßen kann man nur reden, wenn man an Begleitmaßnahmen denkt – etwa, was man machen könne, um Wohngebiete zu entlasten", so Rosinak, der unter anderem für die Umweltverträglichkeitsprüfung der Stadtstraße verantwortlich ist.

Der Baustart des Straßenprojekts wäre in diesem Sommer gewesen. Die Baustelle wird jedoch von Klimaaktivisten besetzt. "Wir setzen noch immer auf Gespräche vor Ort, in guter Hoffnung, dass wir auf ein Ergebnis kommen", heißt es diesbezüglich von Stadträtin Ulli Sima. Thomas Madreiter spricht von einem Vertrauensaufbau und von sogenannten "Gesprächen von gegenseitigem Respekt". Dennoch hofft er auf einen baldigen Baubeginn.

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2 Kommentare

Die SPÖ-dominierte Stadtverwaltung verbreitet dermaßen haarsträubende Fehlinformationen über die Stadtstraße, dass das nicht unwidersprochen hingenommen werden kann. Die steuergeldfinanzierte Desinformationskampagne erinnert an das unrühmliche Engagement für klimaschädliche Umweltzerstörungs-Initiativen wie beim Atomkraftwerk Zwentendorf und beim Kraftwerk Hainburg. Auch damals stand die SPÖ zuverlässig auf der falschen Seite- und scheiterte glücklicherweise. Dieselbe Verbissenheit sehen wir jetzt: die Stadtstraße ist nur im Zusammenhang mit dem Lobautunneltunnel sinnvoll und somit Teil eines völlig verantwortungslosen Verkehrsförderungsprojektes ! Es wird bei Verwirklichung nicht weniger, sondern mehr Autoverkehr geben als bisher, weil diese Straßen Verkehr anziehen. Das ist keine Vermutung, sondern sogar in den Berechnungen der ASFINAG ablesbar. Für die 3,2 km lange "Zufahrts"- Stadtstraße 1/2 Milliarde Euro zu zahlen ist völlig absurd. Um diesen Betrag könnten die dringend notwendigen neuen Straßenbahnlinien  im 21. und 22. Bezirk gebaut und somit wirklich eine Reduktion desAutoverkehrs erreicht werden.

Regionauten-Community
» Alfred Benda
am 29.10.2021 um 21:39

Und man muss sich nur diese Experten-Runde vor Augen führen: Werner Rosinak macht ein Gutachten ums andere für die Stadt Wien. Besteht da nicht Abhängigkeit? Ich erinnere an die aktuellen Diskussionen im Zusammenhang mit Beeinflussung durch politische EntscheidungsträgerInnen, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen. Thomas Madreiter ist Planungsdirektor im Rathaus, er wird sich wohl schwer tun, die Stadtstraße negativ zu bewerten, obwohl sie den Modal-Split negativ verändert und die Lebensqualität nachhaltig reduzieren wird. Robert Lechner hat es scheinbar noch nicht geschafft den aktuellen ipcc Klimabericht zu  lesen, sonst könnte er sich nicht für diese fossile Monsterprojekt aussprechen, dass den Klimawandel für viele Jahre weiter befeuern wird anstatt was dagegen zu tun in seiner Funktion beim Österr. Ökologieinstitut. Und Joe Taucher ist SPÖ-Urgestein, also bei einer Partei, wo Mitglieder ausgedrückt haben, dass der soziale Wohnbau Autobahnen braucht statt Öffis. Und Christof Schremmer    steht auch immer wieder im Auftragsverhältnis bei der Stadt Wien. Also sind die Pro-Stadtstraße-Aussagen wenig überraschend. Wo waren die kritischen Stimmen, die zu einer neutralen Information dazugehören? Wo die BesetzerInnen der Baustellen? Wo jemand, der was zum ipcc Klimabericht und Stadt Wien Ziele zu sagen hat? Oder war das einfach eine Fortsetzung der Manipulations-Inseratenkampagne, so wie auch von Frau Brandl angemerkt?

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