SFH-0983 Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) kann den betreffenden konventionswidrigen Akt daher weder abändern noch aufheben.

Die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: ( EGMR) haben innerstaatlich praktisch keine Konsequenzen. Dies ist sollte europaweit diskutiert werden.

Hier einige diesbzügliche Rechtssätze:
Beispiel 1:
Gericht
Verwaltungsgerichtshof (VwGH)
Entscheidungsart
Beschluss
Dokumenttyp
Rechtssatz
Sammlungsnummer
VwSlg 16502 A/2004
Rechtssatznummer
3
Geschäftszahl
» 2004/10/0032
Entscheidungsdatum
22.11.2004
Index
10/02 Novellen zum B-VG
19/05 Menschenrechte
Norm
B-VGNov betreffend Staatsverträge 1964;
MRK Art46 Abs1 idF 1998/III/030;
MRK Art53;
MRK Art6 Abs1 idF 1998/III/030;
MRKZP 11te;
Rechtssatz

Nach herrschender Lehre beinhaltet Art 46 Abs. 1 MRK eine völkerrechtliche Verpflichtung, verleiht den Urteilen des EGMR jedoch keine unmittelbare innerstaatliche Wirkung; dies selbst dann nicht, wenn die Europäische Menschenrechtskonvention - wie in Österreich - unmittelbar anwendbares Verfassungsrecht ist (vgl. Mayer, Zivilrechtsbegriff und Gerichtszuständigkeit, ZfV 1988, 473 ff, (482)). Ein Urteil des EGMR kann den betreffenden konventionswidrigen Akt daher weder abändern noch aufheben (vgl. etwa Frowein/Peukert, MRK-Kommentar 2, 1996, 725 Rz 3; ferner Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention2, 1999, Rz 225).

Im RIS seit
02.02.2005
Zuletzt aktualisiert am
07.10.2008
Dokumentnummer
JWR_2004100032_20041122X03
.
.

Beispiel 2:
Gericht
Verwaltungsgerichtshof (VwGH)
Entscheidungsart
Beschluss
Dokumenttyp
Rechtssatz
Sammlungsnummer
VwSlg 16502 A/2004
Rechtssatznummer
2
Entscheidungsdatum
22.11.2004
Index
19/05 Menschenrechte
Norm
MRK Art41 idF 1998/III/030;
MRK Art46 Abs1 idF 1998/III/030;
MRK Art53;
MRK Art6 Abs1 idF 1998/III/030;
MRKZP 11te;
Rechtssatz

Soweit mit einem Urteil des EGMR eine Konventionsverletzung festgestellt wird, handelt es sich - abgesehen von einem Ausspruch nach Art. 41 MRK - um ein Feststellungsurteil. (Hier war in Zusammenhang damit die Frage der Tragweite der aus Art. 46 Abs. 1 MRK erwachsenden Verpflichtungen zu prüfen).

Im RIS seit
02.02.2005
Zuletzt aktualisiert am
07.10.2008
Dokumentnummer
JWR_2004100032_20041122X02
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Beispiel 3:
Gericht
Verwaltungsgerichtshof (VwGH)
Entscheidungsart
Beschluss
Dokumenttyp
Rechtssatz
Sammlungsnummer
VwSlg 16502 A/2004
Rechtssatznummer
1
Entscheidungsdatum
22.11.2004
Index
10/07 Verwaltungsgerichtshof
19/05 Menschenrechte
Norm
MRK Art46 Abs1 idF 1998/III/030;
MRK Art53;
MRK Art6 Abs1 idF 1998/III/030;
MRKZP 11te;
VwGG §45 Abs1 Z4;
VwGG §45 Abs1;
Rechtssatz

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom 22. Jänner 2004, Beschwerde Nr. 38185/97, Alge gg. Österreich (= ÖJZ 2004, 16 MRK 477), hat eine Verletzung des Art. 6 Abs. 1 MRK unter anderem dadurch stattgefunden, dass vor dem Verwaltungsgerichtshof eine vom Antragsteller beantragte mündliche Verhandlung nicht durchgeführt worden ist. Die Feststellung einer Verletzung der MRK ist in § 45 VwGG nicht als Grund für eine Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof angeführt. Angesichts der Art der hier festgestellten Konventionsverletzung lässt sich unter den Umständen des vorliegenden Falles aus Art. 46 MRK keine Verpflichtung ableiten, das Ausgangsverfahren wieder aufzunehmen (nähere Begründung im Beschluss).

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